Bereits mit neun Jahren fasste ich den Plan, später als Schlagzeuger zu arbeiten. Seitdem habe ich viel geübt, jede Menge Lehrvideos angeschaut und mich von großartigen Interviews motivieren lassen. Was mir aber niemand sagte: Es gibt zu viele Mythen rund um die Arbeit als Profimusiker.
Anfangs hat mich zudem eine Frage irgendwann ziemlich genervt: Bist du dir ganz sicher, dass du das wirklich willst? Noch mehr hat es mich geärgert, wenn mir jemand erzählte, meine Ziele seien sowieso nur Träume und ich hätte überhaupt keine Chance, im Musikbusiness erfolgreich zu sein. Ganz ehrlich, das kann manchmal verdammt hart und ziemlich demotivierend sein. Und eines kannst du mir glauben: Solche Leute triffst du überall – sogar in deinem engsten Freundeskreis.
Vielleicht ist das ja auch ein Grund, warum sich die Mythen um den Beruf des Profimusikers so hartnäckig halten. Ich sage es dir ganz offen: Vieles davon stimmt einfach nicht. Damit dir diese Geschichten nicht noch länger im Kopf herumspuken und dir schlaflose Nächte bereiten, will ich dir hier fünf Mythen über den Weg zum Profimusiker zeigen – und dir sagen, was wirklich dahinter steckt.
Mythos 1: Du musst ein musikalisches Genie sein
Abgesehen davon, dass es schwer zu definieren ist, was ein musikalisches Genie ausmacht, ist es natürlich schon notwendig, dass du dein Instrument in all seinen Facetten beherrschst. Du musst aber kein „Wunderkind“ sein, um damit Erfolg zu haben. Vieles lässt sich erlernen. Klar, die Zahl der Mitbewerber ist groß, sie hat fantastisch produzierte Hörbeispiele am Start und schüchtert dich mit einer professionellen Homepage ein. Fakt ist aber: Auch sie kochen nur mit Wasser. Mit einer guten Organisation, mit Zielstrebigkeit und einem festen Willen hast du dein Ziel schon zur Hälfte erreicht.
Mythos 2: Eine Ausbildung oder ein Studium sind ein Muss
Ein hübsches Zertifikat oder ein herausragendes Zeugnis an der Wand und schon klopfen die Künstler von den Majors auf der Suche nach einem Schlagzeuger an deine Tür? Das ist möglich. Nüchtern betrachtet, passiert das vielleicht einem von einer Million Musikern. Normalerweise kommen Kunden durch Empfehlung zu dir. Und deine potenziellen Kunden sind in jedem Fall von guten Referenzen beeindruckt. Deshalb sind das eigene Wissen und die Erfahrungen, die du gesammelt hast, viel wichtiger als irgendein Zeugnis. Doch auf der anderen Seite darfst du eines nicht vergessen: Wenn dein Traum von einer Tätigkeit als Freelance-Musiker scheitert, dann ist der weitere Weg ohne Abschluss oder Ausbildung sehr schwierig. Es ist also durchaus von Vorteil, vor dem Erreichen des Ziels Profimusiker einen Berufsabschluss in der Tasche zu haben.
Mythos 3: Nur in Vollzeit wird’s was mit der Karriere als Profimusiker
Die Wahrheit liegt hier, wie so oft, in der Mitte: Kann sein, muss aber nicht. Klar, wenn du ausschließlich als Profimusiker arbeitest, kannst du dich ganz auf deine persönlichen Ziele konzentrieren. Andererseits hast du natürlich auch den Druck, schnell Arbeit zu bekommen, was entweder stark motivieren oder das genaue Gegenteil zur Folge haben kann. Ich betrachte einen nebenberuflichen Einstieg ins Musikbusiness in den meisten Fällen als die bessere Wahl. Wenn es dann erstmal läuft, kannst du immer noch in Vollzeit als Profimusiker arbeiten.
Mythos 4: Es ist sehr schwierig, als Musiker zu arbeiten
Nein, es ist nicht schwierig oder kompliziert oder unmöglich. Es ist genauso leicht oder schwierig wie in jedem anderen Bereich auch. Du brauchst vor allem Kontakte. Du musst viel Zeit in Netzwerkarbeit stecken und Leute finden, mit denen du an Projekten arbeiten kannst. Das sollte musikalisch, aber vor allem auch menschlich gut passen. Arbeit sollte schließlich Spaß machen. Hürden und Hindernisse gehören auch im Musikgeschäft mit dazu. Aber vergiss nie: Davon solltest du dich nicht entmutigen lassen, an neuen Aufgaben wächst man!
Mythos 5: Ein Zurück gibt’s nicht
Das ist natürlich Unsinn! Auch wenn wir uns unser eigenes Scheitern ungern eingestehen wollen – es ist kein Weltuntergang. Das Wichtigste ist doch: Du hast im Gegensatz zu unzähligen Anderen den Mut aufgebracht und hast versucht, deine Träume und Ziele wahr werden zu lassen. Leider gibt es keine Garantie dafür, dass der Schritt zum Profimusiker zum Erfolg führt. Trotzdem kann ich dir nur raten, es zu versuchen. Lies einfach meinen Artikel „Diese Fragen solltest du dir stellen, wenn du Profimusiker werden willst“ und teste dich selbst.
Was bleibt zu sagen? Vielleicht das: Die Mythen über den Weg zum Profimusiker werden dich nicht beeindrucken, wenn du weißt, was du tust und du dir mit deinem Ziel ganz sicher bist. Ob du nebenberuflich startest oder gleich in Vollzeit Gas gibst, spielt erstmal keine Rolle. Herausforderungen kommen in jedem Fall auf dich zu, aber auch ein Zurück ist immer möglich. Worauf wartest du also noch?
Jetzt interessiert mich deine Meinung: Was sind für dich die größten Mythen auf dem Weg zum Profimusiker? Welchen Weg bist du bis jetzt gegangen oder möchtest du gehen? Erzähle von deinen Erfahrungen und Plänen. Ich freue mich, von dir zu hören.
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