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Schlagzeugsolo von Papa Jo Jones

Jonathan David Samuel Jones, besser bekannt als „Papa“ Jo Jones, ist zweifellos einer der Pioniere unter den frühen Jazzschlagzeugern. Mit seinem Stil, seiner Technik, Dynamik und Kreativität beeinflusste er Kollegen wie Buddy Rich, Kenny Clarke, Roy Haynes oder Max Roach und Louis Bellson. 1964 wurde das oben stehende Video für das BBC Format Jazz 625 in London aufgezeichnet. Jones Set-Up bestand hier aus Snaredrum, Bassdrum, einer Hänge-Tom, zwei Stand-Toms, der Hi-Hat und einem Ride-Becken. Voraus geht dem Schlagzeugsolo das Stück Caravan von Duke Ellington und Juan Tizol, mit Coleman Hawkins am Tenorsaxophon. Die folgenden Attribute beschreiben das Solo von Jo Jones am ehesten: musikalisch innovativ, treibend, charakterstark und zu keiner Zeit aufdringlich. Auch deshalb ist er vielen Musikern zusammen mit Count Basie, Walter Page und Freddie Green als All-American Rhythm Section in Erinnerung geblieben. Weiterhin arbeitete Jones auch als Schlagzeuger für Illinois Jacquet, Lester Young, Billie Holiday, Teddy Wilson, Lionel Hampton, Benny Goodman, Ray Bryant, Milt Buckner, Coleman Hawkins sowie für sein eigenes Trio und Sextett. Im August 1985 wurde er in die International Jazz Hall of Fame in Kansas City, Missouri, aufgenommen. Jo Jones verstarb, nur zwei Wochen später, am 03. September im Alter von 74 Jahren.

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Thomas Lang und Paul Gilbert 2016

Am 27. Mai 2016 veröffentlichte Paul Gilbert sein aktuelles Studioalbum mit dem Titel I Can Destroy. Unmittelbar daran schloss sich eine weltweite Promotion-Tour an, die neben Nordamerika auch nach Europa und Asien führte. Im Gegensatz zum Album, das neben Freddie Nelson und Tony Spinner (beide Gitarre und Gesang) auch Kevin Chown (Bass) und Thomas Lang (Schlagzeug) als Musiker nennt, fiel das Line-Up der Live-Band wesentlich reduzierter aus: Zusammen mit Pete Griffin am Bass und Schlagzeuger Thomas Lang war Paul Gilbert als Trio unterwegs. Genau in dieser Besetzung ist am 24. Oktober 2016 das oben stehende Video entstanden. Es zeigt neben einem beeindruckenden Schlagzeugsolo auch den Song Technical Difficulties von Gilberts früherer Band Racer X. Insgesamt ist die Bild- und Tonqualität des, fast zehn Minuten dauernden, Videos überraschend gut, obwohl direkt aus dem Zuschauerraum gefilmt wurde.

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John JR Robinson – DW Factory Tour

Im Rahmen der DW Factory Tour in Oxnard / Kalifornien trommelte John JR Robinson zum Playback des Songs Change The World von Eric Clapton. Die Perspektive des Videos lässt vermuten, dass es wohl von einem der dort anwesenden Zuschauer aufgenommen wurde. Bereits am 07. Juli 1996 wurde der, von Babyface produzierte, Song als Single zum Soundtrack des Films Phenomenon – Das Unmögliche wird wahr veröffentlicht. Im darauffolgenden Jahr gewann das Stück drei Grammys in den Kategorien Song des Jahres, Single des Jahres sowie Beste männliche Gesangsdarbietung – Pop. Zu einem guten Teil ist dieser Erfolg auch Schlagzeuger John JR Robinson zuzuschreiben, der in der Vergangenheit mit Künstlern wie dem Jazz-Sänger Michael Bublé ebenso zusammengearbeitet hat wie mit Michael Jackson, Céline Dion oder Lionel Richie. Außerdem war er an Soundtracks von Blockbustern wie Independence Day, Fluch der Karibik – Dead Man’s Chest oder Rush Hour 2 beteiligt. Als Solokünstler hat er in den Jahren 2004 und 2010 mit Funkshui und Platinum zwei sehr interessante, kommerziell aber weniger erfolgreiche, Solo-Alben veröffentlicht. Neben seinem außergewöhnlichen Gespür für Musik und Grooves ist es auch auf seine langjährige Karriere als Musiker zurückzuführen, dass er heute als “the most recorded drummer in history” gilt.

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Dave Weckl – Solo in Beirut

Am 05. November 2015 präsentierte das Musikhaus Mozart Chahine in Zusammenarbeit mit Yamaha Music Gulf den Schlagzeuger Dave Weckl im Rahmen einer exklusiven Drum Clinic in Beirut im Libanon. Höhepunkt der Veranstaltung war das fast zwanzigminütige Schlagzeugsolo, welches in technischer und musikalischer Hinsicht zu überzeugen wusste. Egal ob Dave Weckl mit Händen, Besen, Rods oder Drumsticks spielt: Der Klang der Aufnahme ist jederzeit transparent und klar, das Verhältnis der einzelnen Instrumente zueinander ausgewogen. Neben dem Solo umfasst die Videoserie Dave Weckl live in Beirut auch die Songs Tiempo De Festival (Album: Perpetual Motion), You Rang (Dave Weckl Independent) und das Stück Just Groove Me (ebd.) mit Oz Noy an der Gitarre. Dave Weckl, der in der Vergangenheit bereits als Sideman u.a. für Diana Ross, Simon & Garfunkel, Robert Plant oder George Benson gearbeitet hat, ist seit Mitte der 90er Jahre hauptsächlich als Schlagzeuger, Komponist und Produzent der Dave Weckl Band bekannt. Dennoch war er in der jüngsten Vergangenheit auch an anderen, musikalisch interessanten, Projekten (u.a. mit Oz Noy, Will Lee, George Whitty, Ric Fieracbracci, Gary Meek, Tom Kennedy und Paul Pesco) beteiligt, deren Songs als Play-Along über seine Website erhältlich sind.

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Billy Cobham`s Spectrum

Der Mitschnitt des Norwegischen Fernsehens (NRK) vom Jazzfestival in Kongsberg aus dem Jahr 1974 dokumentiert einen Auftritt von Billy Cobham und seiner Band. Die Besetzung entspricht in weiten Teilen der des zu diesem Zeitpunkt aktuellen Albums Crosswinds: Billy Cobham am Schlagzeug, John Abercrombie an der Gitarre, Michael Brecker am Saxophon, Randy Brecker an der Trompete, Glenn Ferris an der Posaune, Alex Blake am Bass und Milcho Leviev am Keyboard. Der, gut eine halbe Stunde dauernde, Auftritt umfasst drei Stücke: The Pleasant Pheasant, Red Baron und Tenth Pin. Leider neigt der Sound an manchen Stellen zur Übersteuerung und deshalb weiß man auch nicht, wieviel Verzerrung z.B. bei Randy Breckers Trompete beabsichtigt und was daran technischen Unzulänglichkeiten geschuldet ist. Nach einer kurzen Ansage von Cobham kommt dann als letztes der drei Stücke Tenth Pin, zunächst mit einem Trompetensolo, gefolgt von Billy Cobhams Schlagzeugsolo. Am besten lässt sich dieses mit einem Zitat von John Mc Laughlin beschreiben, der zu Billy Cobham sagte (auf Phenomenon: Compulsion): „You’re a wonder“.

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Antonio Sanchez & Migration Band

Antonio Sanchez wurde durch den außergewöhnlichen Birdman-Soundtrack einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Am 22. Februar 2013 spielte er zusammen mit seiner Migration Band im Scullers Jazz Club in Boston. Nach einem ausgedehnten Schlagzeugsolo wird das Konzert mit dem Song Medusa eröffnet. Dieser ist auch auf Sanchez’ 2013 erschienenen Soloalbum New Life zu finden. Die darauf folgende Tour begleitete dieselbe Band mit der er zuvor schon im Studio zusammenarbeitete: John Escreet am Klavier, Matt Brewer am Bass und Dave Binney am Altsaxophon. Zweifellos war die Veröffentlichung des Tonträgers New Life ein Meilenstein für Antonio Sanchez’ Karriere als Bandleader und Komponist. Unter anderem gewann dieser 2014 den deutschen Echo Jazz und erhielt von verschiedenen Fachmagazinen, darunter auch dem renommierten Downbeat Magazine, durchweg positive Bewertungen. Doch nicht nur die Musikkritiker waren begeistert, auch der Modern Drummer Readers Poll würdigte Antonio Sanchez als besten Jazz-Drummer des Jahres 2013.

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Vinnie Colaiuta & Zappa Plays Zappa

Die Credits von Vinnie Colaiuta lesen sich wie das Who is Who der internationalen Musikszene und umfassen, neben Künstlern wie Andrea Bocelli, Michael Bublé, Brian Wilson und Joe Satriani, auch Nathan East, Wayne Krantz, The Beach Boys, Paul McCartneySting, Norah Jones und Jeff Beck. Im April 1978 wurde er Mitglied in Frank Zappa’s Band und legte so den Grundstein für seine überaus erfolgreiche, mittlerweile mehr als 35 Jahre andauernde, Karriere als Sessiondrummer. Er trommelte auf Zappa’s Alben Tinsel Town Rebellion, Joe’s Garage I-III und Shut Up ‘n Play Yer Guitar, die heute als Meilensteine der Musikgeschichte gelten. So wurde 1993 das Album Joe’s Garage vom Modern Drummer Magazin in die Liste der Top-25 Drumming Performances Of All Time aufgenommen.

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Dave DiCenso: Two Ton Shoe Solo

Seine hervorragende Stilsicherheit und große musikalische Flexibilität sind ohne Frage Gründe dafür, dass Dave DiCenso als Associate Professor for Percussion am Berklee College of Music in Boston tätig ist und international als Schlagzeuger höchstes Ansehen genießt. In der Vergangenheit arbeitete er mit Künstlern wie Bad Karma, Duran Duran, John Petrucci oder Steve Morse zusammen und ist ein weltweit gefragter Clinician, was Auftritte beim Modern Drummer Festival, der PAS International Convention oder dem Montreal Drum Festival beweisen. 1995 gründete er zusammen mit Justin Beech (Gesang, Gitarre), Jake Shapiro (Gitarre, Gesang) und Jeff Gilman (Bass, Gesang) in Boston, Massachusetts, die Soul-Rock-Band Two Ton Shoe. Nach dem Ausstieg DiCensos im Jahr 2002 arbeitete die Band fortan ohne festen Schlagzeuger weiter. Die Aufzeichnung des Videos wird auf 1997-98 datiert und lässt schon zu dieser Zeit nichts an jener musikalischen Klasse vermissen, die Dave DiCenso bis heute auszeichnet.

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Chris Coleman: Solo Performance

Größere Bekanntheit hat Chris Coleman 2001 durch seinen Sieg beim Guitar Center Drum-Off in Los Angeles erlangt. Zwei Jahre zuvor beendete er seine Ausbildung am renommierten Drummers Collective in New York. Unter anderem war er dort Schüler von Kim Plainfield und John Riley. Als er die Drum-Offs für sich entschieden hatte, studierte er Bass am AIM (Atlanta Institute of Music) in Atlanta. Zugleich erfüllte er hier einen Lehrauftrag als Dozent für Schlagzeug. 2006 erfolgte der berufsbedingte Wohnortswechsel nach Los Angeles, wo er seitdem als gefragter Tour- und Session-Drummer mit Künstlern wie BabyfaceChaka Khan, Christina AguileraPrince, Randy Brecker oder New Kids On The Block zusammenarbeitet.

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Terry Bozzio: All Cymbal-Drumset

Nur wenige Schlagzeuger gestalten ihre Instrumentalsoli nach derart strengen kompositorischen Regeln wie Terry Bozzio. Überlegungen zur Harmonik und Melodik spielen für ihn eine ebenso wichtige Rolle wie Dynamik, Orchestration und Rhythmus. Als eines der vielen herausragenden musikalischen Arrangements gilt wohl das, im Jahr 2014 aufgezeichnete, Solo auf dem All Cymbal-Drumset des kandischen Beckenherstellers Sabian. Zweifelsohne gibt es nur wenige Schlagzeuger, die derart komplexe Kompositionen auf so eine elegante Weise spielen und diese dabei auch noch zum klingen bringen.